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Macht künstliche Intelligenz Webdesigner obsolet?

von | 12.03.2019 | Technologie, Trends, Webdesign

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Wie künstliche Intelligenz die Zukunft des Webdesigns verändern wird.

Am Anfang erstellten Webentwickler die Webseiten in HTML. Doch seitdem hat sich viel getan. In den letzten Jahren ist das Webdesign exponentiell an Umfang und Raffinesse gewachsen. Inzwischen hat die künstliche Intelligenz das Internet erobert. Wir verwenden künstliche Intelligenz, um Websites mit starker Conversion zu entwerfen. 

Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, aber durch maschinelles Lernen kann künstliche Designintelligenz kreative Regeln verstehen und unabhängig voneinander anwenden. Die künstliche Designtechnologie, auch Artificial Design Intelligence (ADI) genannt, wird bald so weit fortgeschritten sein, dass viele Webdesign-Arbeiten automatisiert werden. Werden Webdesigner bald überflüssig?

 

Was ist künstliche Designintelligenz?

 

Vereinfacht gesagt verwendet diese Technologie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um Trends im Webdesign zu erkennen und umzusetzen. Einfacher ausgedrückt ist es eine Technologie, mit der Websites eigenständig erstellt werden können. Benutzer geben an, was sie wollen, und die ADI erstellt ein personalisiertes Design.

 Diese Technologie hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt. Zuerst tauchten auf Plattformen wie Bookmark und The Grid integrierte Design-Assistenten zum automatischen Erstellen von Websites auf. Inzwischen haben auch andere Akteure mit ähnlichen Produkten die Bühne des automatischen Designs von Webseiten betreten. So hat zum Beispiel der israelische Anbieter Wix 2016 ein ADI-Interface veröffentlicht und seitdem ständig weiterentwickelt. Andere Plattformen sind zum Beispiel:

 

  • Adobe Sensei
  • Bookmark
  • Firedrop
  • GoDaddy
  • The Grid
  • Wix

 

Wer eine Webseite erstellen möchte, macht das entweder selbst – zum Beispiel von Grund auf oder mit einem Webseiten-Baukasten – oder lässt einen Webdesigner die Arbeit erledigen. Ersteres erfordert Zeit, Geduld und ein gewisses Maß an Designkenntnissen. Letzteres ist in der Regel recht teuer. Künstliche Designintelligenz mittels künstlicher Intelligenz und Machine Learning ist der dritte Weg eigene Webseiten ohne eigenes Zutun oder einen Fachmann zu erstellen. Das klingt aufregend, aber auch ein wenig bedrohlich.

Künstliche Intelligenz Webdesign

Dies geschieht, indem die Programme in die Lage versetzt werden, Designprinzipien zu verstehen und dann zu „beobachten“, was vorhandene Webseiten tun. Durch das Zusammenstellen der beiden Werte wird ein allgemeiner Durchschnitt des Webdesigns erzielt. Theoretisch kann dabei sogar auf Vorlagen verzichtet werden. ADI kann funktionelle und attraktive Webseiten erstellen und zwar völlig unabhängig von menschlichem Fachwissen.

 

Artificial Design Intelligence (ADI) – Rat und Hilfe durch digitale Assistenten.

  

Automatisierung im Design ist nichts Neues. Anwender lassen den Computer die Routinearbeiten erledigen und haben Zeit für andere wichtige Dinge. Um das beste aus ADI herauszuholen, muss man die Grenzen und Stärken diese Technologie kennen. Nicht alles am Design ist kreativ. Vieles besteht aus Regeln und Erfahrung. Dies kann man lernen – und programmieren.

In den meisten Fällen betrifft die künstliche Intelligenz nur einen kleinen Teil der Arbeit, die ein Webdesigner ausübt. Dadurch haben er oder sie mehr Zeit für kreative Arbeiten. Bei besserer Design-Software geht es nicht darum, das Design zu automatisieren. Es geht darum, die sich wiederholenden Programmschritte so weit wie möglich zu automatisieren.

Und was ist mit Nicht-Designern? Ein paar Grundlagen sind alles, was viele Anwender an Kompetenz brauchen. Auch bei Menschen die nur sehr schlecht entwerfen, liefern die Lernprozesse von Machine Learning und künstlicher Intelligenz, zumindest theoretisch, ein halbprofessionelles Ergebnis. Dieses Ergebnis ist vom Design her möglicherweise nicht optimal, aber das ist nicht immer notwendig. Einige Websites müssen nur funktionieren.

Viele Plattformen arbeiten mit einem virtuellen Designassistenten. Wenn Benutzer Hilfe oder Rat benötigen, sei es zur Gestaltung oder zur Optimierung von Suchmaschinen, führt der Assistent sie durch den Prozess und macht Vorschläge.

 

Für den kreativen Sprung sind Webdesigner erforderlich.

  

Ist ADI nur dazu bestimmt, reaktiv die Benutzer zu führen oder besteht eine Möglichkeit, eine eigene Form der Kreativität in den Prozess der Gestaltung von Webseiten mit einzubringen? ADI kann die Interaktion der Benutzer einer Website nachverfolgen und dadurch Design-Möglichkeiten erkennen, die Menschen verborgen bleiben.

Künstliche Intelligenz und Webdesign

Einige ADIs arbeiten daher nach einem Zwei-Phasen-Plan. In der ersten Phase ist die künstliche Intelligenz damit beschäftigt, die Webseite, oder Teile davon, benutzerfreundlich zu optimieren. In der zweiten Phase bietet die Software dem Website-Besitzer Möglichkeiten, das Verhalten der Besucher zu verfolgen, um die Inhalte der Webseiten daran anzupassen.

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Anstatt sich gleichmäßig zu präsentieren, könnten sich Webseiten je nach Benutzer unterschiedlich präsentieren. So würden zum Beispiel männliche Benutzer von 18 bis 29 Jahren andere Bilder oder Videos vorfinden als weibliche Benutzer von 50 und älter. Außerdem kann eine Person, die in Europa lebt, an anderen Dingen interessiert sein, als eine Person in China. ADI kann zum Beispiel auf demografische Daten reagieren und sofort Designänderungen vornehmen.

 

ADI für Webdesigner – Freund oder Feind?

  

Es ist auch kein Geheimnis, dass Künstliche Intelligenz und Machine Learning bei Menschen Angst hervorruft, vor allem bei dem Gedanken, dass sie menschliche Arbeiter ersetzen könnten. Die heutigen KIs sind stark darauf angewiesen, dass Menschen sie trainieren und ihnen beibringen, was zu tun ist. Die Programme können zwar eine Katze zeichnen oder entwerfen, jedoch fehlt ihnen das Verständnis dafür, was das ist.

Bei der Fähigkeit kreative Sprünge zu machen oder ein Eureka!-Erlebnis zu haben, kommt die ADI derzeit an ihre Grenzen. Etwas zu schaffen, was programmierte Regeln anwendet ist eine Sache. Aber zu lernen und etwas neu zu erschaffen ist eine andere Qualität. Doch die Technologie wird sich weiterentwickeln und die zahlreichen Hürden überwinden. Wer als Webdesigner weiterkommen will, muss diese Veränderungen akzeptieren und annehmen.

 

Wie künstliche Intelligenz das Webdesign verändert hat.

 

Die Technologien von Machine Learning und der künstlichen Intelligenz haben im Webdesign Wege gefunden, die es ermöglichen, Webseiten individuell anzupassen. Dabei entscheidet nicht mehr der Designer über das Layout, die Bilder, das Farbschema, Buttons oder die Schriftart. Durch die Analyse der Benutzereingaben wählt die Software, welche Elemente sich am besten für die Benutzererfahrung eignen.

Das Entschlüsseln von Benutzerpräferenzen auf der Basis von Benutzeraktivitäten und Interaktionen kann dazu beitragen, das Design zu vereinfachen. Je nach verwendetem Gerät können Benutzerabsichten und typische Anforderungen an Zugriffsbilder oder Videos durch die künstliche Intelligenz automatisch zugeschnitten oder ausgewählt werden. Auch der Inhalt kann an die Bedürfnisse der Benutzer angepasst werden. Eine stärkere Personalisierung durch künstliche Intelligenz im Webdesign wird dazu beitragen, das Web-Erlebnis ansprechender zu gestalten.

 

Kann künstliche Intelligenz manuelles Webdesign ersetzen?

Wie künstliche Intelligenz die Zukunft des Webdesigns verändern wird.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning sind nicht mehr nur technische Schlagworte, sondern Realität, die unsere digitale Welt in jeder Hinsicht beeinflusst. Erste Unternehmen wie Wix oder The Grid setzen bereits Algorithmen ein, die relevante Design-Entscheidungen auf der Grundlage von ADI treffen. Die künstliche Intelligenz analysiert den Inhalt, um eine intelligente Entscheidung zu treffen und für die Website am besten geeigneten Layouts, Schriftarten, Grafiken und Farben zu ermitteln.

Kaum ein Experte ist jedoch der Ansicht, dass künstliche Intelligenz tatsächlich eine Bedrohung für Webdesigner darstellt und diese Berufsgruppe in die Arbeitslosigkeit oder Rente schickt. Mit ihrer Arbeit schaffen Webdesigner erst die Voraussetzungen, um die ADI zu trainieren, das Verhalten der Benutzer zu erlernen. Künstliche Intelligenz und Machine Learning werden den menschlichen Designer und seine Intelligenz noch lange Zeit nicht ersetzen können.